Röschenflechte (Pityriasis rosea)

Diese Webseite wird hautfachärztlich observiert.
Sie bietet Ihnen alles Wissenswerte, sowie neueste Erkenntnisse zur Hautkrankheit Röschenflechte, im Latein der Mediziner Pityriasis rosea genannt.
Die Website gliedert sich in folgende Punkte:

  • Wie sieht die Röschenflechte aus?
  • Wie verläuft die Röschenflechte?
  • Welche Ursachen hat die Röschenflechte?
  • Diagnose der Röschenflechte und ihre Differentialdiagnosen
  • Behandlung der Röschenflechte
  • Mögliche Komplikationen der Röschenflechte in der Schwangerschaft
  • TL;DR bzw. FAQ
  • Wissenschaftliche Studien zur Röschenflechte
  • Links

Wie sieht die Röschenflechte aus?

Röschenflechte (Pityriasis rosea) am Rücken

by James Heilman,MD [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons

Bild 1 (Röschenflechte am Rücken)

Primärmedaillon (herald patch) der Röschenflechte

by James Heilman,MD [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons

Bild 2 (Primärmedaillon)

Die Pityriasis rosea (PR), auf Deutsch Röschenflechte, ist ein plötzlich auftretender Ausschlag mit charakteristischen Merkmalen.
Die leicht bräunlichen bis orange-rötlichen, zentral blasseren Flecken haben oft einen feine Schuppenkrause am Rand.
Die Flecken sind von unterschiedlicher Größe, aber typisch im sogenannten Tannen- oder Weihnachtsbaumuster am Körper (Bild 1) angeordnet.
Das heisst, sie folgen im Verlauf des Körperstammes einem Muster ähnlich den Zweigen eines Tannenbaums.

Der im zeitlichen Verlauf erste Fleck der Röschenflechte ensteht meist ebenfalls am Rumpf, an den rumpfnahen Extremitäten oder im Nacken.
Er wird Primärmedaillon genannt (schwarzer Pfeil, Bild 2).

Häufig mitbetroffen sind Schulter, Oberarme, Gesäß, Leisten und Oberschenkel. Eher selten enstehen Röschenflechtenflecken an den Unterarmen und Unterschenkeln, kaum im Gesicht.

Bei starker Anstrengung (Sport), Schwitzen (Sauna) und Erhitzen (IR-Kabine) des Körpers kann ein irritierte Form der Röschenflechte enstehen, mit knallroten, ineinenander übergehenden Flecken, in denen dann teils auch Bläschen zu sehen sind.

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Wie verläuft die Röschenflechte?

Röschenflechte (Pityriasis rosea) von vorne

by James Heilman,MD [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons

Bild 3 (Röschenflechte von vorne)

Papulöse Form der Röschenflechte

by Evanherk [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons

Bild 4 (papulöse, "pickelartige" Form)

Ein einzelner im Laufe von 1- 2 Wochen größer werdender, rötlicher Fleck, das Primärmedaillon (Englisch: herald patch) kündigt den Beginn des Ausschlags an. Über 80% der an Röschenflechte Erkrankten zeigen dieses Primärmedaillon (ca. 2-10cm groß) zu Beginn des Ausschlags.
Ca. 2 Wochen nach dem ersten Fleck entstehen mehrere, rötliche, manchmal am Anfang papulös ("knötchenartig"), das heisst ähnlich roten Pickeln oder einem Hitzeausschlag gleichend, Hautmale.
Ein paar Tage nach dem Sichtbar werden dieser ersten Woche nach Entstehen der ersten weiteren Flecken zeigen sich diese meist immer als zentral abgeblasste, randständig, Collerette artig, fein schuppende, orange-rötliche Hautmale.
Jahreszeitlich tritt die Röschenflechte gehäuft im Frühjahr und im Herbst auf. Am öftesten betroffen sind junge Frauen und Männer zwischen dem 20. und 29. Lebensjahr.
Bei normalem Verlauf klingt sie auch ohne Behandlung nach 1-3 Monaten ab. Erfolgt eine Behandlung so kann man die Röschenflechte in wenigen Wochen los werden.
Die Betroffenen haben im ganzen Krankheitsverlauf kein Fieber und leiden mehr oder weniger unter Juckreiz.
Starker Juckreiz entsteht bei der gereizten Form der Röschenflechte durch z.B. heisse Bäder, Sauna, Sport, Schwitzen oder falsche Behandlung, wenn sie z.B. mit einem Pilz verwechselt und mit Antmykotika behandelt wird.

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Wissenschaftliche Referenzen zur Röschenflechte (Pityriasis rosea)

  1. Drago F, Ranieri E, Malaguti F, Losi E, Rebora A. Human herpesvirus 7 in pityriasis rosea. Lancet 1997; 349: 1367–1368.
  2. Drago F, Malaguti F, Ranieri E, Losi E, Rebora A. Human herpes viruslike particles in pityriasis rosea lesions: an electron microscopy study
    J Cutan Pathol 2002; 29: 359–361.
  3. Broccolo F, Drago F, Careddu AM et al. Additional evidence that pityriasis rosea is associated with reactivation of human herpesvirus-6 and -7.
    J Invest Dermatol 2005; 124: 1234–1240.
  4. Rassai S, Feily A, Sina N, Abtahian S. Low dose of acyclovir may be an effective treatment against pityriasis rosea: a random investigator-blind
    clinical trial on 64 patients.
    J Eur Acad Dermatol Venereol 2011; 25: 24–26.
  5. Ganguly S. A randomized, double-blind, placebo-controlled study of efficacy of oral acyclovir in the treatment of pityriasis rosea.
    J Clin Diagn Res 2014; 8: YC01–YC04. 
  6. Das A, Sil A, Das NK, Roy K, Das AK, Bandyopadhyay D. Acyclovir in pityriasis rosea: an observer-blind, randomized controlled trial of effectiveness, safety and tolerability. Indian Dermatol Online J 2015; 6: 181– 184. 
  7. Drago F, Vecchio F, Rebora A. Use of high-dose acyclovir in pityriasis rosea. J Am Acad Dermatol 2006; 54: 82–85.
  8. Drago F, Broccolo F, Zaccaria E et al. Pregnancy outcome in patients with pityriasis rosea. J Am Acad Dermatol 2008; 58: S78–S83.
  9. Drago F, Broccolo F, Javor S, Drago F, Rebora A, Parodi A. Evidence of human herpesvirus-6 and -7 reactivation in miscarrying women with pityriasis rosea. J Am Acad Dermatol. 2014; 71(1): 198-199.
  10. Chuh AA, Dofitas BL, Comisel GG, et al. Interventions for pityriasis rosea. Cochrane Database Syst Rev. 2007; (2): CD005068

Links

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